Artikel in hh-mittendrin 10.02.2014

Hamm: Bauantrag für Elisa-Neubau gestellt

Der andauernde Streit um Abriss und Neubau der Wohnanlage “Elisa” in Hamm scheint kein Ende zu nehmen. Noch während laufenden Gesprächen an einem Runden Tisch zwischen den MieterInnen, der Bezirkspolitik und dem Eigentümer, der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft (vhw), hatte die Genossenschaft den Abriss des Backsteinensembles angekündigt – der Runde Tisch gilt daher als gescheitert. Die BewohnerInnen von Elisa haben jedoch auch im Anschluss den Kampf für den Erhalt des historischen Gebäudes nicht aufgegeben. Dennoch scheint es, als stehe das Ende für “Elisa” bevor: Die vhw hat angekündigt ab 2015 mit den Arbeiten an einem Neubau, genannt “Elisa II”, zu beginnen. Die Abrissgenehmigung für das alte Gebäude liegt bereits seit Februar 2013 vor. Einene entsprechenden Bauantrag will die Genossenschaft jetzt stellen. „Der Planungsprozess war aufgrund der unterschiedlichen Interessen zeitaufwändig, mit dem Ergebnis dürfen aber alle Beteiligten zufrieden sein. Nun hoffen wir auf eine schnelle Genehmigung unseres Bauantrags“, sagt vhw-Sprecherin Annika Patzelt.

Laut vhw soll der Neubau als öffentlich geförderter Wohnungsbau mit 2 bis 4 Zimmerwohnungen entstehen. Die Mieten sollen zwischen 5,90 Euro und 8,20 Euro pro Quadratmeter liegen und die Backsteinoptik erhalten werden – einen Ersatzbau mit echtem Backstein wird es somit nicht geben. Nur ein kleiner Teil der Elisa-MieterInnen steht noch immer zwischen der Genossenschaft und der Verwirklichung der Baupläne: Einige MieterInnen weigern sich noch immer ihre Wohnungen gegen eine Ersatzunterkunft einzutauschen. Laut vhw sollen für diese Elisa-BewohnerInnen aber auch “tragfähige Lösungen gemäß einer Rahmenvereinbarung mit dem Mieterverein zu Hamburg” gefunden werden. Nach Fertigstellung des Neubau will die vhw den bisherigen MieterInnen den Rückzug bei einer Miete von 5,90 Euro garantieren.

Trotz laufender Gespräche mit den verbleibenden MieterInnen haben Handwerker Ende vergangenen Jahres jedoch bereits mit Arbeiten an den Häusern begonnen. So wurden in den leer stehenden Wohnungen die Gaszähler bereits ausgebaut, was auch zu einem Heizungsausfall in den noch bewohnten Teilen von Elisa führte. Die Möglichkeit die leerstehenden Wohnungen zwischen zu vermieten ist nun auch nicht mehr gegeben. Der Leerstand hat bereits dazu geführt, dass die Schäden am Gebäude besonders durch die Kälte im Winter weiter zunehmen. Gleichzeitig hat der bisherige Vorstandvorsitzende der vhw, Marco Hahn, seinen Posten aufgegeben und wurde durch seinen bisherigen Verteter Rainer Quasniza ersetzt. Ob das für die Elisa-MieterInnen eine neue Chance darstellt ihr Gebäude doch noch zu retten, darf nach der neuen Ankündigung der vhw aber bezweifelt werden.

Link zum Beitrag

Die Pressemitteilung ging am 06.02.2014 raus, gleichzeitg wurden die Mitgliedervertreter benachrichtigt, ein Schreiben in den Nachbarblöcken am 07.02. verteilt. Ganz zuletzt informiert wurden die Betroffenen, nämlich erst am 10.02.2014. Wieder einmal dumm gelaufen?

Dieser Beitrag wurde unter Alle Meldungen, Hamburger Politik veröffentlicht. Setzen Sie ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>