Offener Brief der Mitgliedervertreter an den Vorstand der vhw

Offener Brief an den Vorstand der vhw                                                11.12.2014

Sehr geehrter Herr Quasnitza,
sehr geehrter Herr Thoß,

die VHW erhielt unlängst ein Kaufangebot der Elisa e.G. für das von Ihnen zum Abriss bestimmte Gebäude in Hamburg-Hamm (Am Elisabethgehölz). Die Überführung des Eigentums in eine Genossenschaft mit dem Ziel des Gebäudeerhalts, deren Eigentümer die Altbewohner wären, könnte den Konflikt, der sich nun schon über Jahre erstreckt und viel Kraft aller Beteiligten und Geld gekostet hat, mit einem Schlage zu aller Zufriedenheit lösen.

Das Gebäude bliebe erhalten und somit auch ein markanter baulicher Zeitzeuge aus Hamburgs Vergangenheit. Die ehemaligen Bewohner könnten das Gebäude sanieren, sie hatten die Sanierung mehrfach ausdrücklich gewünscht und dem Vorstand der VHW dies auch mitgeteilt. Die Sanierung des Hauses wäre eine schnelle Lösung. Eine Sanierung dauert einige Monate, das Gebäude könnte schon im Herbst 2015 von seinen Bewohnern bezogen werden. Im Falle eines Neubaus wäre ein Bezug vor 2016 nicht denkbar. Zudem ist der Baubeginn für einen Neubau ungewiss, weil mehrere verblieben Bewohner bereit sind, ihre Rechte gerichtlich voll auszuschöpfen. Einem sofortigen Sanierungsbeginn steht hingegen nichts im Wege.
Millionenbeträge aus öffentlicher Hand würden für einen Neubau aufgewendet. Dieser Umstand sollte Ihnen, da Ihnen als Vorstand einer genossenschaftlichen Vereinigung erhöhtes soziales Verantwortungsbewusstsein unterstellt werden darf, einiges Kopfzerbrechen bereiten.

Gründe, die gegen einen Verkauf des Gebäudes sprechen, sind nicht nachvollziehbar. Sie führen in Ihren Äußerungen auch keine fundierten Gründe an, sondern lehnen den Verkauf kategorisch ab.
Wie sieht es mit der Konfliktlösungsbereitschaft des VHW-Vorstandes aus? Meinen Sie nicht, dass Sie den jetzigen Bewohnern, die enormen nervlichen Belastungen ausgesetzt sind, und auch den ehemaligen Bewohnern, die immerhin ihr Heim verlassen mussten, eine hinreichende Begründung schulden?
Derzeit können wir keine Gründe erkennen, die gegen den Verkauf des Gebäudes an seine Bewohner mit anschließender Sanierung sprächen. Sowohl die Betroffenen, denen eine Rückkehr in ihr Zuhause ermöglicht werden würde als auch die Allgemeinheit, der die Aufwendung von Millionenzuschüssen erspart bliebe, verbunden mit dem Erhalt eines baulichen Zeitzeugen aus Hamburgs Vergangenheit, profitierten von einer Sanierung. Die Ersparnis öffentlicher Zuschüsse in erheblichem Umfang und die Vermeidung politischer Peinlichkeiten dürfte auch dem Hamburger Senat und der Bezirkspolitik am Herzen liegen .
Lediglich der Vorstand der VHW ist nicht bereit, die Vorzüge zum Wohle der Betroffenen und der Allgemeinheit anzuerkennen. Warum?

Als Mitgliedervertreter des Wahlbezirks 5 erwarten wir vom Vorstand der VHW, seiner sozialen Verantwortung für die Bewohner des vom Abriss bedrohten Gebäudes – hierzu zählen auch die mit einer Ersatzwohnung versorgten, bereits ausgezogenen Bewohner – gerecht zu werden und die Chance eines Gebäudeerhalts wahrzunehmen, wie ihn die Genossen des Hauses “Elisabethgehölz” ausdrücklich zweifach gefordert hatten. Die Willensbekundungen mit qualifizierter Mehrheit für den Gebäudeerhalt liegen dem VHW-Vorstand seit Jahren vor.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Cirsovius    Thomas Cirsovius      Corinna Gülzow      Simon Raabe

Kaufangebot Stellungnahme der Mitgliedervertreter

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